Die Wildnispädagogik vereint das Wissen traditioneller Völker um das Leben und Überleben in der Wildnis. Dazu gehören Handwerke wie das Korbflechten, Ledergerben, Hüttenbau, Fallenstellen und viele andere Techniken sowie Fähigkeiten im Bereich Wahrnehmung und Aufmerksamkeit, wie zum Beispiel das Erlernen der Vogelsprache, des Schleichens und das Schärfen der Sinne. All diese Fähigkeiten waren einst Teil unseres Alltages und somit ist unser Körper dafür gemacht auf diese Art und Weise zu leben. Je nach Wissenschaftler wird geschätzt, dass der Mensch zwischen 90-99% seiner Existenz als Jäger und Sammler gelebt hat. Die Wildnispädagogik will mit einer Rückverbindung zu dieser ursprünglichen Lebensweise auch dem Menschen zu einer Rückverbindung zu seiner eigenen Natürlichkeit begleiten.

Durch das Eintauchen in die Natur erwecken die Sinne und auch intuitive Fähigkeiten wieder zum Leben und so werden die Beziehungen zur Natur, zu sich selber und zur eigenen Gemeinschaft gestärkt.

Die Kunst des Mentoring beinhaltet das Wissen um das natürliche Lernen und lehren. In Jäger- und Sammlerkulturen mußte gewährleistet sein, dass Kinder und Jugendliche das enorme Wissen, welches diese Lebensweise braucht, erlernen und gleichzeitig, selbsbewußte und selbstermächtigte Personen werden. Um das zu gewährleisten gab es eine unsichtbare Schule, die es Kindern ermöglichte, ohne Unterricht und Zensuren aus eigener, intrinsischer Motivation zu lernen. In dem sie in die Clangemeinschaft integriert waren und durch Erfahrung und Beobachten lernen durften, wuchsen sie Schritt für Schritt in das Wissen hinein. Die Wildnispädagogik versucht, alte traditionelle Methoden des Lernen in heutige Bildunsprogramme und Seminare zu integrieren.